Verein

Chronik der Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) e.V. Warendorf

Ausgangspunkt zur Gründung der BSG Warendorf war seinerzeit ein Schreiben des langjährigen Förderers und ersten Ehrenvorsitzenden der BSG Münster, Walter Lietz, vom 31.03.1956 an unseren ehemaligen Kameraden/Ehrenvorsitzenden Willi Lünstroth (verstorben 19.11.2008), der daraufhin nach dem Besuch verschiedener Behinderten-Sportveranstaltungen in Münster und Halle mit einem Rundschreiben vom 17.05.1956 insgesamt 65 Kriegs- und Zivilbeschädigte in Warendorf und näherer Umgebung mit dem Ziel der Gründung einer eigenen Sportgruppe anschrieb.

Nach wiederholten Vorbesprechungen und intensiven Beratungen im kleinen Kreis –immer wieder unter Mitwirkung des unermüdlichen Kameraden Walter Lietz- und nach Klärung aller mit der technischen Durchführung des Versehrtensports verbunden Fragen, wurde dann die Gründungsversammlung auf den 09. März 1957 bei Porten Leve anberaumt, zu der sich zunächst 14 Interessierte, alles Männer mit Kriegskörperschäden, einfanden.

Nach einem Referat des Kameraden Lünstroth über Sinn und Zweck des Versehrtensports und nach einer längeren Diskussion wurde dann zum Schluss folgender Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender: Bruno Kottrup
2. Vorsitzender: Alfons Freyer
Geschäfts- und Kassenführer: Willi Lünstroth (2008 verstorben)
Sportwart: Bernd. Krämer
Sportarzt: Dr. Rinklake (1981 verstorben)
Schriftführer: Josef Othmerding (1976 verstorben)

Am 23.04.1957 wurde der Verein als „Versehrten-Sportgruppe Warendorf (VSG)” gegründet.

Der aktive Sportbetrieb konnte jedoch erst nach Inbetriebnahme der neuen Turnhalle der Overbergschule am 02. Oktober 1957 aufgenommen werden.

Es wurden folgende Sportarten angeboten: Gymnastik, Schwimmen, Tischtennis, Sportkegeln, Bosseln und Sitzball. Die einzelnen Sportler wurden je nach Grad ihrer Behinderung eingesetzt.

Mit dem aktiven Sport in der Halle ging es dann mit der anfangs noch kleinen Gruppe „Unentwegter“ zunächst mühsam, aber dann von Jahr zu Jahr immer weiter aufwärts, was sich nicht nur zahlenmäßig bezüglich der Mitgliederzahl, sondern auch leistungsmäßig zeigen sollte. So wurden im Laufe der Jahre im Sitzball, wie auch im Tischtennis und in der Leichtathletik wiederholt stolze Siege errungen, was einige schöne wertvolle Pokale in der Vitrine unseres Vereinswirts und inzwischen leider verstorbenen Mitgliedes, Franz Middendorf, beweisen.

Insbesondere wuchs dann aber die Mitgliederzahl mit der Eröffnung des städtischen Frei- und Hallenbades in Warendorf, wo auch die Behinderten ein weiteres Betätigungsfeld fanden, die sonst in Anbetracht ihrer Versehrtheit keine Möglichkeit hatten, sich am aktiven Sport in der Halle oder auf dem Sportplatz zu beteiligen. Als dann noch das Kegeln als Versehrtensport anerkannt und 1977 die erste Kegelgruppe ins Leben gerufen wurde, zählte unsere Sportgruppe 1977 bereits über 65 Mitglieder.

Am 23.03.1979 wurde der Verein in „Behinderten-Sportgruppe“ (BSG) umbenannt.

In den nächsten Jahren hat die Sportgruppe einen enormen Zuwachs an Morbus-Bechterew-Erkrankten erfahren, so dass 1982, im Jahr des 25-jährigen Jubiläums, eine Mitgliederzahl von 122 erreicht wurde. Es handelte sich um 33 Kriegs-, 7 Unfall- und 82 Zivilbeschädigte.

Am 16.03.1990 erfolgte durch die Mitgliederversammlung die Ernennung von Willi Lünstroth zum Ehrenvorsitzenden.

Am 24.05.1991 wurde eine erneute Umbenennung des Vereins in „Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) Warendorf“ beschlossen.

Am 15. Juni 2004 fand nach 47 Jahren, unter Leitung des Übungsleiters und Ehrenvorsitzenden, Wilhelm Lünstroth, im Sitzball die letzte Sportstunde in der Sporthalle der Overbergschule statt. Die schriftliche Abmeldung dieser mit großem Einsatz geführten Sportgruppe erfolgte am 02. August 2004; ein schmerzlicher Tag für die noch verbliebenen Versehrtensportler Wilhelm Lünstroth, Paul Franke und Josef Hülsmann.

Im Mai 2005 beschloss die Mitgliederversammlung eine umfangreiche Satzungsänderung mit dem Ziel, sich als Verein in das Vereinsregister des Amtsgericht Warendorf eintragen zu lassen und den Zusatz „e.V.“ zu erlangen.

Nach der Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Warendorf unter der laufenden Nr. 1010 am 01. Juni 2005 darf sich der Verein „Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) Warendorf e.V.“ nennen und wird neuerdings beim Amtsgericht Münster unter der Nummer 61010 im Vereinsregister gelistet.

Zurzeit werden folgende Sportaktivitäten angeboten:

Gymnastik für Senioren, Blinde- und Sehbehinderte, Morbus Bechterew- und Wirbelsäulenerkrankte; Schwimmen und Wassergymnastik; Kegeln für Blinde und Sehbehinderte; Judo für Kinder und Jugendliche; Spiel- und Sport (u.a. Trampolinspringen) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Bosseln; Sportabzeichenabnahme für Menschen mit und ohne Behinderung

Die Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) ist seit dem 08.02.2006 zertifizierter Leistungserbringer von Rehabilitationssport und Mitglied im Behinderten- u. Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V. (BRSNW).

Unser Sportangebot:

Allgemeine Gymnastik
Gymnastik für Blinde und Sehbehinderte
Gymnastik für Morbus-Bechterew-Therapie
Wirbelsäulengymnastik
Seniorensport
Hockergymnastik
Judo für Kinder und Jugendliche
Schwimmen und Wassergymnastik
Turnen für Kinder und Jugendliche

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aktuell wird der Verein von folgenden Vorstandsmitgliedern geführt:

Vorsitzender: Bernhard Stenkamp (seit 2002)
stellv. Vorsitzender: Helmut Metken (seit 2018)
Schatzmeister und Geschäftsführer: Jörg Stenkamp (seit 2017)
Schriftführerin: Karin Sikora (seit 1990)
Sportwart: Bernd Schnieder (seit 2003)
Beisitzer: Annegret Koch (seit 2017)
Beisitzer: Erk Fischer (seit 2017)